expected possession value

Das Kernproblem

Jeder Trainer kennt das Gefühl: Die Mannschaft hat das Spiel in der Hand, doch das Ergebnis bleibt aus. Warum? Weil Ballbesitz allein nichts sagt, wenn er nicht wertschöpfend ist. Hier kommt das Konzept des expected possession value ins Spiel – ein analytisches Werkzeug, das den reinen Besitz in messbaren Nutzen verwandelt.

Was ist expected possession value?

Kurz gesagt: Es ist die erwartete Torwahrscheinlichkeit, die aus jeder einzelnen Ballphase resultiert. Statt zu zählen, wie viele Sekunden jemand den Ball hält, bewertet man, wie wahrscheinlich es ist, dass aus dieser Phase ein Tor entsteht. Hierbei fließen Position, Passoptionen, Druck und Spielerqualität ein.

Die Rechnung im Detail

Man nimmt jede mögliche Aktion – Pass, Dribbling, Schuss – und ordnet ihr eine Wahrscheinlichkeitsgewichtung zu. Dann multipliziert man diese mit der durchschnittlichen Torquote dieser Aktion aus historischen Daten. Das Ergebnis ist ein EPV-Wert, der pro Besitzphase variiert.

Warum das wichtig ist

Sieh es als GPS für dein Offensivspiel. Zwei Teams können 60% Ballbesitz haben, aber das eine erzielt 2 : 0, das andere nur 0 : 1. Der Unterschied liegt im EPV. Wer höhere Werte generiert, nutzt den Ball besser.

Praktische Anwendung im Training

Hier ein schneller Ablauf: Zuerst Daten sammeln – Passnetz, Spielerpositionen, Pressing-Intensität. Dann EPV-Modelle laufen lassen. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Statt nur das Endergebnis zu betrachten, analysiert man die EPV-Entwicklung über das ganze Spiel hinweg. Wenn du merkst, dass das EPV nach 30 Minuten plötzlich abfällt, weißt du, dass die Mannschaft das Pressing nicht mehr hält.

By the way, die meisten Teams vernachlässigen das Pressing-Feedback. Das ist ein fataler Fehler, weil hoher Druck die EPV-Werte dramatisch steigert. Und hier ist der Deal: Setze sofort ein Drill-Setup, bei dem das Team nach jedem Ballverlust sofort in ein hohes Pressing übergeht. Das erhöht die EPV-Rate in den nächsten Ballphasen.

Fehler, die du vermeiden musst

Erstens: Nicht jede Statistik ist gleichwertig. Wenn du nur die Gesamtzahl der Pässe betrachtest, ignorierst du den Kontext. Zweitens: Verlasse dich nicht ausschließlich auf das Modell – das Auge des Trainers erkennt Muster, die Algorithmen übersehen. Drittens: Vergiss nicht, die EPV-Werte für Standardsituationen separat zu berechnen; Freistöße und Ecken haben eigene Dynamiken.

Ein Blick auf die Zukunft

Die nächsten Jahre werden von Teams dominiert, die EPV nicht nur im Spiel, sondern bereits im Scouting einsetzen. Spieler mit hohem EPV-Potential werden gezielt verpflichtet. Und hier ist ein Hinweis: Auf der Seite von expected possession value findest du tiefere Einblicke, wie du deine Datenbank aufwerten kannst.

Dein nächster Schritt

Setz dir das Ziel: In den nächsten drei Trainingseinheiten jeden Ballkontakt mit einem EPV-Score versehen und sofort das Pressing-Verhalten anpassen. Nur so steigert sich der tatsächliche Nutzen deines Ballbesitzes.

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